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1. Situationsanalyse – Wähler, Medien und konkurrierende Parteien im Fokus der CDU/CSU

Wie wurden die Sichtweisen von Wählern, Medien und konkurrierenden Parteien auf die CDU/CSU ermittelt?

1.1 Stimmungen und Einstellungen der Wähler: Umfragen und Fokusgruppen

Der Etat, der CDU/CSU im Wahlkampf 2005, war geringer als im Jahr 2002. Daher gab die Partei im Zuge der Wählerforschung im Wahlkampf 2005 keine eigenen quantitativen Umfragen in Auftrag, da quantitative Analysen, wie z.B. die Sonntagsfrage in regelmäßigen Abständen ohnehin von deutschen Umfrageinstituten durchgeführt werden (emnid, dimap, TNS- Infratest).
Textfeld:  Vielmehr konzentrierte sich die Union auf qualitative Erhebungen, die diejenigen Stimmungen erfassen sollten, die in den oben genannten Umfragen gar nicht oder nur unzureichend wiedergegeben werden. Zu diesem Zweck wurden im Laufe des Wahlkampfes mehrere Fokusgruppen (oder Focusgroups) gebildet. Hierbei handelte es sich um jeweils eine Gruppe von 10 bis 15 repräsentativ ausgesuchten Wählern, die von einem Moderator zu einer bestimmten wahlkampfrelevanten Thematik befragt wurden. Insgesamt wurde diese Art der Erhebung in drei Zyklen durchgeführt, wobei jeweils eine Gruppe in Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland gebildet wurde. So sollte gewährleistet werden, dass auch regionale Unterschiede in den Wählerstimmungen hinreichend erfasst werden. Die Probanden hierfür wurden von der GMS Dr. Jung Gesellschaft für Markt- und Meinungsforschung mbH in Hamburg anhand einer Telefonumfrage ausgewählt. Die Auswahl erfolgte unter anderem nach den Kriterien Alter, Bildungsgrad und Geschlecht. Darüber hinaus wurden sowohl reine Stammwählergruppen, als auch reine Wechselwählergruppen gebildet, um die Reaktionen dieser unterschiedlichen Gruppen abschätzen zu können.
Die Gesprächsgruppen wurden von Dr. Jung selbst bzw. einem seiner Mitarbeiter moderiert, am Ende jeder Erhebung wurde zudem ein Bericht erstellt. Darüber hinaus beobachteten Mitarbeiter der CDU die Diskussionsrunden von einem abgetrennten Raum aus. Die Probanden wurden zum einen zu Wahlkampfmaterial der CDU befragt, wie zum Beispiel zu Plakaten, Slogans oder Schlagwörtern. Auf diese Weise sollten die Reaktionen der unterschiedlichen Gruppen auf das Material vor dessen Veröffentlichung auf seine Wirkung getestet werden, um es ggf. noch abändern zu können. Beispielsweise lehnten viele der Befragten die Farbe der roten Angriffsplakate der Union ab, so dass das Layout angepasst wurde. Darüber hinaus zeigten sich in den Befragungen auch regionale Unterschiede. So plante die CDU/CSU zunächst, den Ausdruck „Freiheit“ als eines ihrer Schlagworte zu wählen, was allerdings besonders von der Gruppe der ostdeutschen Wähler weniger gut aufgenommen wurde, woraufhin man diesen Begriff als Schlagwort zurückgestellte, um stattdessen andere Schwerpunkte zu setzen. Des Weiteren wurde in den Fokusgruppen auch die Stimmung der Wähler zu allgemeinpolitischen Themen wie z.B. der Mehrwertsteuererhöhung ermittelt. Auch Kandidatenimages wurden im Zuge dieser Befragungen erfasst. Eine solche Erhebung in Bezug auf Angela Merkel ergab beispielsweise, dass viele der Wähler die Kanzlerkandidatin als Gegenpol zum „Spaß- und Medienkanzler“ Gerhard Schröder sahen. Ihr wurden vor allen Dingen Eigenschaften wie Sachlichkeit, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit zugeschrieben. Die zunächst nachteilig ausgelegte Tatsache, dass sie nur wenig Wert auf Selbstinszenierung legte, stellte sich in diesen Gruppen ebenfalls als ein Aspekt heraus, der von den Wählern größtenteils positiv bewertet wurde. Diese Erkenntnisse fanden auch in der Darstellung Angela Merkels während des Wahlkampfes Berücksichtigung. So wurde auf Homestorys und Unterhaltungsformate mit der Kandidatin verzichtet, da diese der allgemeinen Wahrnehmung Merkels widersprochen hätten.
Als großer Vorteil der Fokusgruppen gegenüber Umfragen wurde vor allem gesehen, dass die Wähler in solchen Gesprächsrunden Meinungen und Stimmungen zum Ausdruck bringen konnten, die durch Umfragen z.B. anhand von Fragebögen oder Telefoninterviews nicht deutlich wurden. Man bekam auf diese Weise, auch aufgrund der Erhebungen in verschiedenen Teilen der Republik, ein detaillierteres und facettenreicheres Bild der Einstellungen der Wähler als Umfragen es liefern konnten. Ein weiterer wichtiger Aspekt in Bezug auf die Erfassung der Stimmungen im Land war die Medien- und Gegnerbeobachtung.

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1.2 Medien- und Gegnerbeobachtung

Textfeld:  Um im Wahlkampf schnell und gezielt auf Stimmungen in der Bevölkerung reagieren zu können, war neben den Umfragen und Fokusgruppen auch die Medien- und Gegnerbeobachtung von zentraler Bedeutung. Auch hier wurden aus Kostengründen jeweils keine Aufträge an externe Institute vergeben; die Arbeit erfolgte parteiintern.

Die Gegnerbeobachtung wurde von Mitarbeitern des Konrad-Adenauer-Hauses in Berlin durchgeführt. Diese verfolgten sämtliche Aktionen konkurrierender Parteien, indem sie beispielsweise Parteitage besuchten, aber auch Internetauftritte und die Tagespresse beobachteten. In der heißen Phase des Wahlkampfes wurden jeden Morgen in einer Runde von Verantwortlichen die neuesten Erkenntnisse besprochen. Hierbei standen nicht mögliche Zensurmaßnahmen im Vordergrund, wie Volker Kauder betonte. Diese Treffen sollten die Möglichkeit eröffnen auf „freche Lügen“ direkt reagieren zu können. Im Allgemeinen wurde aber nur auf Aktionen der SPD direkt reagiert. Sowohl die PDS als auch die Grünen spielten hierbei nur eine untergeordnete Rolle, da aus Sicht der CDU die Gefahr bestand, diese Parteien ungewollt verstärkt in den Fokus der Medien zu rücken, was ihnen wiederum die Aufmerksamkeit der Wähler eingebracht hätte. Die FDP-Beobachtung stand ebenfalls nicht im Mittelpunkt, da sie fest als Koalitionspartner eingeplant war.

Die Medienbeobachtung wurde ebenfalls im Konrad-Adenauer-Haus vorgenommen. Studenten hatten hierbei täglich die Aufgabe, Nachrichten, sonstige TV- Beiträge, die Berichterstattung über das Internet, sowie die Tagespresse daraufhin zu prüfen, ob sie positive oder negative Wertungen gegenüber der CDU/CSU enthielten oder ob sie eher neutralen Charakter hatten. Hierdurch sollte die Stimmung in den Medien gegenüber der Partei erfasst und wiedergegeben werden.

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Autoren: Andrea Struckmeier, Christine Theurich, Maximilian Werner

 

1.

 

Situationsanalyse - Wähler, Medien und konkurrierende Parteien im Fokus der CDU/CSU

1.1 Umfragen und Fokusgruppen

1.2 Medien- und Gegnerbeobachtung

 

2. Ausgangslage - Die Situation der CDU/CSU
zu Beginn des Wahlkampfes
3.

 

Kampagnenziele
4.

 

Strategie - Vorgehen, Phasen, Organisation
5.

 

Teil-Kampagnen - Berichterstattung, Werbung, Straßenwahlkampf
6.

 

Zentrale Wahlkampfereignisse
7. Quellenverzeichnis

 

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